Was ist eigentlich ein ETF und warum ist es so wichtig das zu wissen, wenn ich ein Vermögen aufbauen möchte? Warum ist der ETF als Investment so beliebt und kann ich damit wirklich mehr Geld verdienen als mit anderen Anlageformen? Worin liegen die Risiken bei einem ETF als Investment? Genau das erklären wir Dir in diesem Artikel!

Wer sich schon länger mit verschiedenen Anlagemöglichkeiten beschäftigt, für den ist der ETF ein gängiger Begriff. Wie wir aber immer wieder in Diskussionen mit Freunden, Familie und Bekannten feststellen ist diese Form der Anlage unter Laien noch lange nicht so bekannt wie wir vermuten. Da wir unter anderem auch beruflich mit finanziellen Themen zu tun haben nehmen wir diese Informationen oft als selbstverständlich wahr. Aber auch wir haben uns dieses Wissen anlesen müssen.

Aus unserer Erfahrung ist eine ETF Sparplan der einfachste und sicherste Weg langfristig eine Grundlage für möglichst hohe Kapitalerträge aufzubauen. Hierbei muss man sich nicht mit Fundamentalanalyse oder Charttechnik beschäftigen, um an der Entwicklung des Kapitalmarkts teilzuhaben. Daher geben wir euch hier eine kurze Einführung zum Thema ETFs, was diese genau sind und warum Du dies wissen solltest, wenn Du Dein Vermögen aufbauen möchtest.

Was genau ist ein ETF?

Ein Exchange Traded Fund ist eine Anlageform ähnlich eines Investmentfonds, welcher regulär an der Börse gehandelt wird. In einem ETF können verschiedene Anlageformen abgebildet werden, so kann man darüber Indizes, Aktien, Wertstoffe, Währungen etc. in einem “Paket” erwerben. So bilden viele ETFs die großen Indizes wie S&P500, Nasdaq oder den DAX ab. Es gibt aber auch zum Beispiel ETFs für Gold, Branchenindizes und vieles mehr. So kann man also in ein breit gestreutes Portfolio investieren, ohne die einzelnen Titel zu kaufen.

Was unterscheidet einen ETF als Investment von einem Investmentfonds?

Investmentfonds werden in der Regel von einer Gesellschaft selbst vertrieben und aktiv verwaltet. Das bedeutet, dass eine Person oder ein Algorithmus die Zusammensetzung des Fonds regelmäßig ändern und gewisse Anlagestrategien damit versuchen umzusetzen. Dies verursacht Kosten, welche auf den Anleger in Form von Performancegebühren und Verwaltungsgebühren umgelegt werden. Dadurch wird der Gewinn geschmälert, den der Anleger durch sein Investment erhält.

Ein ETF wird an der Börse gehandelt und nicht aktiv verwaltet sondern folgt einer klar definierten Zusammensetzung, wie zum Beispiel der des MDAX. Steigt der Index MDAX, so steigt auch der Wert des entsprechenden ETFs proportional. Dieser enthält nämlich entweder 1:1 die Aktien aus dem Index mit der selben Gewichtung in seinem Portfolio oder bildet diese Zusammensetzung synthetisch ab. (genaueres dazu findet ihr hier)

Warum ist ein ETF lukrativer als ein Investmentfonds?

Ganz einfach – beim ETF bleibt unter dem Strich mehr für den Anleger übrig. Konkret bedeutet das, dass Investmentfonds von erfahrenen Gesellschaften (wir wollen hier keine Namen nennen) nach Kosten in guten Jahren eine durchschnittliche Rendite von etwa 5-6% erzielen. Eigentlich gar nicht schlecht, wenn man sich die aktuellen Zinsen anschaut. Ein ETF hingegen bildet in der Regel einen breit gestreuten Index ab und wirft zum Beispiel im Falle des MSCI World Indexes seit 1990 im Schnitt 7,1% pro Jahr ab. Betrachtet man den DAX als ETF hätte man im Durchschnitt sogar 8% pro Jahr erzielt. Dank des Zinseszins-Effektes ist das ein signifikanter Unterschied, der sich auf Dauer im Depot bemerkbar macht.

Zudem hat der ETF den Vorteil, dass er sehr liquide ist. Einen ETF kannst Du zu Handelszeiten problemlos innerhalb von wenigen Sekunden zum Realtimekurs verkaufen. Einen Investmenfonds musst Du in der Regel an die Investmentgesellschaft zurückgeben – diese stellt pro Tag einen Rücknahmekurs. Öffentliche Investmentfonds kann man aber auch über die Börse handeln.

Wie hoch ist das Riskio bei einem ETF?

Noch ein Grund, warum wir ETFs besser finden als aktiv gemanagte Investmentfonds: das Risiko ist geringer. Denn hier kann kein Fonds-Manager Fehlentscheidungen treffen, die sich negativ auf die Rendite auswirken. Natürlich ist man bei ETFs den Marktschwankungen ausgesetzt. Wenn man diese jedoch über einen längeren Zeitraum – zum Beispiel 20 Jahre – hält, gibt es keinen Zeitpunkt an dem man hätte investieren können, bei dem man nach 20 Jahren Verluste realisieren müsste.Hier nochmal eine Veranschaulichung:

DAX Kursentwicklung über 10 Jahre in Bezug auf ETF Investition

Der Deutsche Aktien Index DAX mit Kursverlauf der letzten 10 Jahre

Diese Grafik bildet den Verlauf des DAX über 10 Jahre ab. Nehmen wir an, wir hätten vor jedem Crash zum Höchststand investiert (siehe rote Pfeile). Es gibt bis auf den jüngsten Corona-Crash im März 2020 keinen einzigen Crash, der seine Verluste nicht wieder aufgeholt und sogar die Höchststände überboten hätte (siehe grüne Pfeile).Klar, wer gehebelt zum Höchststand auf steigende Kurse gewettet hat, der hat Geld verloren. Allerdings ist Vermögensbildung ein Investment und keine Spekulation. Daher sollte man dabei nicht kurzfristig (und auch nicht gehebelt) an die Sache herangehen.

So viel mal zu den Grundlagen. Natürlich gibt es hier noch viel mehr zu lernen, allerdings ist es für keinen Privatanleger auch nur ansatzweise notwendig die technische Funktionsweise eines ETF zu verstehen. Manchmal reicht es ja auch zu wissen, das man eine gute, sichere und vor allem arbeitsfreie Möglichkeit hat sein hart erarbeitetes Geld anzulegen, ohne dass andere daran mitverdienen. Außer dem Staat natürlich… ;)

Mehr zum Thema ETFs und anderen Anlagemöglichkeiten findet ihr in unserer Rubrik Investieren.