Worin sollte ich lieber investieren? In Aktien oder ETFs? Anlagestrategien gibt es wie Sand am Meer und jeder muss für sich die Richtige finden. Wir vertreten eine passive Anlagestrategie und empfehlen diese auch jedem Berufstätigen mit Karriereambitionen und wenig Zeit. Ob diese Strategie für euch auch richtig ist und welche Vor- und Nachteile sie gegenüber einer aktiven Anlagestrategie hat, erläutern wir in diesem Artikel.

Was ist der Unterschied zwischen aktiven und passiven Anlagestrategien?

Aktive Anlagestrategien sind meist dadurch gekennzeichnet, dass der Anleger eine Stock Picking Strategie verfolgt. Dabei kauft und verkauft dieser unterschiedliche Aktien und verfolgt dabei einen von ihm selbst gewählten Investmentplan. Hier wird zum Beispiel auf Dividendenzahlungen und langfristige Wertsteigerung gesetzt.
Natürlich gibt es unter den aktiven Anlage-Strategen auch die Day-Trader, deren Wertpapiere teils auch nur Sekunden im Depot gehalten werden. Sie generieren Wert durch kurzfristige Kursschwankungen, verursacht durch Nachrichten, technische Signale oder psychologische Markteffekte.
Beide Typen haben eines Gemeinsam: sie tätigen jeden Kauf und Verkauf selbst und verwalten ihr Portfolio unter eigenem Arbeitsaufwand.

Passive Anlagestrategien sehen vor, dass ein Anleger sich initial eine langfristige Strategie zurecht legt. Diese wird über einen Sparplan oder ein Initialinvestment eingestellt und dann möglichst nicht mehr angerührt. In der Regel werden passive Anlagestrategien über Indexfonds oder ETFs abgebildet. Ziel dieser Strategie ist zum einen die Diversifikation ohne das Halten von Einzeltiteln abzubilden, zum anderen den Vermögensaufbau mit möglichst wenig Aufwand zu gestalten.

Die Vor- und Nachteile der einzelnen Anlagestrategien

Eine aktive Anlagestrategie mit Aktien gibt einem mehr Kontrolle über das eigene Portfolio. Man kann Werte, welche man für “schlecht” hält, die aber in Indizes enthalten sind einfach aussortieren und sich auf seine Lieblinge konzentrieren. Dies ist mit viel Zeit verbunden, da sich der Anleger auch ständig über seine Positionen und potentielle andere Anlagemöglichkeiten informieren muss. Hier gehen schnell mehrere Stunden pro Woche drauf. Um ein möglichst breites Portfolio zu halten, was dem Risikomanagement dient, müssen auch eine Vielzahl an Transaktionen durchgeführt werden. Daraus resultieren entsprechend hohe Transaktionskosten. Allerdings bietet diese Anlageform dem Anleger auch eine gute Plattform sein Wissen rund um den Kapitalmarkt zu erweitern, da er ein persönliches Buy-In hat. Ist die Strategie erfolgreich, macht diese Form der Kapitalmarktanlage auch viel Spaß.

Dem gegenüber steht eine passive Anlagestrategie, die in ihrem Kern recht langweilig ist. Der Anleger entscheidet sich zum Beispiel für eine ETF Zusammensetzung (z.B. 30% USA, 30% Europa, 40% Asien) und bildet diese in einem Sparplan ab. Hier wird eine reguläre Sparrate eingestellt und das Ding läuft von alleine. Ab und an kann ein Rebalancing durchgeführt werden, um die prozentuale Verteilung im Portfolio zu erhalten. Im Grunde verlangt eine solche Strategie aber nur wenige Arbeitsstunden pro Jahr. Auch manche Dividenden-Anleger könnte man als passive Investoren bezeichnen, wenn sie sich langfristig auf dieselben Aktien fokussieren und den Arbeitsaufwand gering halten. Jedoch sind ETFs als Investmentvehikel die bei weitem aufwandärmste Option.

Hier nochmal ein Überblick über die Anlagestrategien im direkten Vergleich:

Aktien ETFs
Zeitaufwand hoch
erfordert kontinuierliche Analysen, aktive Eingriffe ins Portfolio
niedrig
einmaliger Aufwand für Erstellung eines Sparplans,  ggf. jährliches rebalancing
Schwierigkeit hoch
Fachwissen und kontinuierliche Weiterbildung erforderlich
niedrig
Zusammensetzung von Sparplan simpel und ohne großes Fachwissen machbar
Diversifikation mittel
je nach Depotgröße kann Diversifikation gesteigert werden
hoch
In einem ETF können gleichzeitig hunderte Titel auf einmal gehalten werden
Performance abhängig von Anleger, meist unter Marktdurchschnitt Marktdurchschnitt
Risiko mittel – hoch
abhängig von Einzeltiteln
niedrig – mittel
Risiko stark gestreut durch Diversifikation
Kosten hoch
Jeder Kauf / Verkauf einer Tranche Aktien verursacht Transaktionskosten
niedrig
Bei ETF Sparplänen fallen oft keine oder nur geringe Transaktionskosten an.
Spaß

hoch
bei entsprechendem Interesse am Investieren

niedrig
da recht langweilig