Wie kann ich selbst so viel sparen, dass ich irgendwann davon leben kann? Dieser Artikel soll Euch Aufschluss darüber geben wie viel ihr sparen solltet, welche Sparquote angemessen ist und wie viel ihr zum Leben braucht.

Finanzieller Reichtum ist etwas sehr persönliches – ab wann man reich ist definiert jeder anders und gefühlt haben da auch zahlreiche Außenstehende eine Meinung dazu. Wenn wir aber davon ausgehen, dass Reichtum mit finanzieller Unabhängigkeit zusammenhängt, dann können wir die Frage beantworten: wie viel muss ich sparen um Reich zu werden?

Nach der Ausbildung oder dem Studium hat man schon einiges geschafft aber auch in dieser Lebensphase gibt es noch zahlreiche Baustellen: einen Job finden, die eigene Wohnung schön einrichten, Studienkredite abzahlen und endlich mal richtig in den Urlaub fahren. Klar, diese Bonbons sollte man sich nicht selbst verwehren. Wenn aber der Zeitpunkt gekommen ist, an dem am Ende des Monats noch Geld da ist, dann ist Showtime für den Vermögensaufbau!

Spätestens jetzt, sollte man sich überlegen: von wie viel Geld kann ich dauerhaft leben? Wie kann ich diesen Betrag aus passivem Einkommen generieren?

Dieses Ziel ist je nach Lebensstandard sehr individuell – wenn Du bei Hermès statt bei H&M shoppen willst, müssen Deine Kapitalerträge nun mal höher ausfallen. Und da wir keine Frugalisten sind ist mehr natürlich wünschenswert.

Wann sind wir finanziell Unabhängig?

Da wir alles als Team machen gehen wir hier von einer gemeinsamen Sparleistung aus – für Einzelpersonen kann man dies natürlich halbieren.

Nehmen wir also an, wir wollen im Alter in einer großzügigen Stadtwohnung im Rhein-Main-Gebiet leben – Kostenpunkt 1500 Euro im Monat. Dann wollten wir natürlich auch gut Essen und unseren alltäglichen Bedarf abdecken – nochmal 600 Euro. Für Kleidung muss auch genug Geld her – ich will ja eine schicke Omi sein – noch einmal 500 Euro (Moritz braucht ja auch was zum Anziehen). Dann zahlen wir noch Versicherungen, Auto, Urlaub und anderen Firlefanz – wieder 800 Euro weg. Und dann wollen wir natürlich einen Puffer haben, damit Mehrausgaben nicht zur Auflösung des Depots führen – noch mal 500 Euro.

Das bedeutet wir brauchen ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 3900 Euro um in gewissem Maße finanziell unabhängig zu sein. Das klingt nach viel Geld – ist es auch – aber es ist durchaus realistisch diese Summe als Kapitalerträge zu generieren.

Wie groß muss mein Depot sein um diese Beträge abzuwerfen?

Gehen wir etwas konservativer an die Sache heran: Unser Lieblings-Investmentvehikel, der ETF wirft im Durchschnitt jährlich 5-8% Rendite ab. Wir unterstellen also mal zur Ausschüttungszeit lediglich 4% Rendite pro Jahr um sicher zu gehen, dass wir das Ziel nicht nur knapp erreichen. Damit ein Depot nach ca. 25% Kapitalertragssteuern monatlich 3900 Euro abwirft, muss es eine Größe von 1.560.000 Euro haben.

Das ist extrem viel Geld! Aber keine Angst, das ist tatsächlich machbar!

Wie viel und wie lange muss ich darauf sparen (Sparquote)?

Die Antwort darauf ist relativ: je höher die Sparquote im Monat, umso schneller ist die finanzielle Freiheit da.

Aber gehen wir mal davon aus, dass wir bis zur Rente noch 40 Jahre Zeit haben. In diesem Fall müssten wir zusammen 630 Euro im Monat in einen ETF sparen, um im Rentenalter finanziell unabhängig zu sein.
Wenn ich meine Sparrate dynamisiere, das heißt ich fange kleiner an und erhöhe jedes Jahr den Betrag, da ich mit der Zeit auch mehr verdiene, dann reicht für den Anfang auch schon ein Betrag von 430 Euro im Monat. Diesen Betrag müsste ich dann jedes Jahr um 3% erhöhen.

Will ich 10 Jahre früher, also in 30 Jahren schon unabhängig sein muss ich heute schon anfangen 1.330 Euro im Monat zu sparen – das wird schon unbequemer.

Wie viel kann ich überhaupt sparen?

Ausgabeverhalten in % vom Nettoeinkommen

Das bedeutet nun konkret am Beispiel eines jungen Akademikerpaares, mit Nettogehältern von durschnittlichen Absolventen in Höhe von angenommen 2.300 Euro und 2.500 Euro, dass ein Nettohaushaltseinkommen von 4.800 Euro zur Verfügung steht.

Dieses Paar kann also nun zunächst 1.440 Euro auf das gemeinsame Depot packen. Das sind dann übrigens ohne Veränderung der Sparrate nach 40 Jahren am Kapitalmarkt 3.500.000 Euro! Das Paar hätte also bei einer Entnahmequote von 4% im Jahr nach 40 Jahren ein zusätzliches Passives Einkommen in Höhe von 8.750 Euro Netto! Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen, denn wie oben schon beschrieben liegt das weit über der einfachen finanziellen Unabhängigkeit.

Die Wohnung der Beiden darf nach dieser Aufstellung ebenfalls 1.440 Euro im Monat kosten, 1.200 Euro können für reguläre Lebenshaltungskosten ausgegeben werden und für Luxus bleiben auch noch 720 Euro im Monat übrig.

Das entspricht einer schönen Altbauwohnung in einer mittelgroßen deutschen Stadt, gutem Essen und einem regen Unterhaltungsprogramm sowie dem einen oder anderen dekadenten Laster (eine nette Handtasche oder ein neuer PC).

Gar nicht so schlecht, oder?

Jetzt macht doch mal den Selbstversuch! Schaut Euch Euren Gehaltszettel an und rechnet davon 30% aus. So viel solltet ihr ungefähr für eure Miete ausgeben, genau soviel sollte jeden Monat auf Euer Depot fließen. Natürlich gibt es hier Spielraum und Ihr könntet auch eine Sparquote von 10% oder 20% wählen. Je nach dem was Eure Ziele sind kann das auch reichen um früher in Rente zu gehen oder im Alter finanziell flexibel zu sein.
Eines solltet Ihr aber aus diesem Artikel mitnehmen: Es ist gar nicht so schwer sich reich zu sparen!